Ferien einfach Ferien sein lassen

Neues Betreuungsangebot der Evangelischen Jugend in Elze für Kinder im Grundschulalter

Elze. „Was wird denn das?“, will ein neugieriger Besucher wissen. Das Mädchen hebt nur kurz den Kopf, der Luftballon braucht gerade ihre ganze Aufmerksamkeit. Entsprechend knapp fällt die Antwort aus: „Mal sehen. Irgendetwas Herbstliches, glaube ich.“ Wie so oft im Leben ist auch hier der Weg das Ziel: Jedes Kind hat einen Luftballon zum Einkleistern, Papierschnipsel und buntes Krepppapier kommen darauf – eine herrliche Matscherei, das ist die Hauptsache.

Die Evangelische Jugend in Elze bietet erstmals eine Ferienbetreuung für Kinder im Grundschulalter an. Eine Woche lang gibt es im Gemeindehaus jeden Tag kreative Angebote: Kresse anbauen, Fensterbilder gestalten, Jonglierballe basteln, tuschen, im großen Kreis Gesellschaftsspiele spielen. Vieles davon, wie auch die Pappmaché-Matscherei, haben sich die Kinder selbst ausgesucht.

„Es ist ein reines Freizeitangebot“, sagt Carsten Schleier, der die Kinder gemeinsam mit Theresa Fritsch morgens von 7.50 bis 13 Uhr betreut. Jeder Tag beginnt damit, dass sie ein Märchen der Gebrüder Grimm vorlesen, danach wird gebastelt und gespielt. Und ein gemeinsames zweites Frühstück darf natürlich auch nicht  fehlen.

Ganz bewusst habe man Aktionen mit schulischen Aspekten außen vor gelassen, sagt Diakon Bernd Rossi vom Evangelischen Jugenddienst. In der Grundschule erlebten die Kinder ja schon eine ganze Menge Druck. Rossi: „Deshalb wollen wir die Ferien einfach Ferien sein lassen.“ „Freizeit vor Ort“, laute das Motto. Und das Konzept geht auf. In den Herbstferien machen neun Kinder mit, für die kommenden Osterferien liegen schon 21 Anmeldungen vor.

Die Eltern zahlen pro Vormittag nun einen kleinen Kostenbeitrag von fünf Euro, das Frühstück ist darin enthalten. Möglich wird das Ganze durch die finanzielle Unterstützung der Kirche und besonders der Peter- und Paul-Stiftung. Die Stiftung unternehme gerade einen Neuanfang, berichten ihr Vorsitzender Werner Weise und sein Stellvertreter Ralf Mundhenke-Waldert. Man wolle die Aktivitäten enger mit der Gemeinde verzahnen – nicht nur mit der Kirchenmusik, die traditionell einen Schwerpunkt im Engagement der Peter- und Paul-Stiftung darstelle, sondern auch mit anderen Bereichen wie eben der Jugendarbeit.

Die neue Ferienbetreuung ist eine Maßnahme, die sich im Grunde an Grundschulkinder und ihre Eltern gleichermaßen richtet: Berufstätige Mütter und Väter haben ja bei weitem keine zwölf Wochen Schulferien, und so ist die Betreuung – anders als der Ferienpass im Sommer – als verlässliches Angebot angelegt. Bernd Rossi hofft, für die Zukunft die Stadt Elze als Kooperationspartner ins Boot zu bekommen, um die Betreuungszeiten ausweiten zu können. Täglich von 7.50  bis 15.30 Uhr in beiden Ferienwochen: Das ist sein Ziel. Der Start sei gelungen, freut sich der Diakon: „Die ersten Rückmeldungen super-positiv.“

 

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Werner Weise und Ralf Mundhenke-Waldert von der Peter- und Paul-Stiftung statten den Kindern im Gemeindehaus einen Besuch ab und lassen es sich nicht nehmen, bei der großen Matscherei mitzuhelfen.

 

.....von Projekten der evangelischen Jugend