Der Apostel schreibt:

Betet für uns, dass das Wort des Herrn laufe und gepriesen werde wie bei euch und dass wir erlöst werden von den falschen und bösen Menschen;


denn der Glaube ist nicht jedermanns Ding.

Aber der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen. Wir haben aber das Vertrauen zu euch in dem Herrn, dass ihr tut und tun werdet, was wir gebieten. Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf die Geduld Christi.

Als letztes Jahr noch einmal über die künftige Verfassung der Europäischen Union diskutiert wurde, war es der deutschen EU-Ratspräsidentin keinen Versuch mehr wert, einen Gottesbezug ins Vorwort hinein zu kriegen. Begründung: Der Anteil der religiös ungebundenen oder anders gläubigen Bürger sei inzwischen so groß (allein in der Bundesrepublik 30 Prozent!), dass eine Rückbindung dieser Verfassung an einen christlichen Gott nicht mehr angemessen wäre.
Der Glaube ist nicht jedermanns Ding.

Ein anderes Beispiel: Unsere evangelische Kirche in Deutschland hat rund 25 Millionen Mitglieder. Davon besuchen laut Statistik jeden Sonntag bis zu einer Million Menschen den Gottesdienst. Und viele gehen alle zwei oder vier Wochen in die Kirche. Damit hätten wir etwa 4 Millionen Evangelische in Deutschland, die sich dem Gottesdienst verbunden fühlen. Feine Sache – aber gleichzeitig haben wir damit 21 Millionen, wohlgemerkt: Kirchenmitglieder! - denen der Gottesdienst nichts oder nicht viel bedeutet.


Was erleben Sie selber zuhause oder in der Nachbarschaft, wenn Sie dazu einladen, am Sonntag mit zum Gottesdienst zu kommen?
Der Glaube ist nicht jedermanns Ding.

Heute so wenig wie zu Zeiten des Apostels Paulus. Heute aber, von unserem Predigttext, ist als Erstes – und Wichtigstes! – zu hören:  Betet. - Paulus schreibt:
Betet für uns, dass das Wort des Herrn laufe.















































                                                                                                                                                                                 
Albrecht Dürer

Aber mit dem Gebet ist das ja nun so eine Sache. Wir empfinden es oft als etwas Geringes. Das wird schon deutlich an manchen Redensarten wie „Da kann man nur noch beten“.

Doch es gibt viele biblischen Geschichten, wo jedes Mal das Gebet die Rettung bringt. Und auch in der jüngeren Geschichte erfahren wir immer wieder, wie Gebete helfen. Ich glaube an die Macht des Gebetes!

Jesus ist es wichtig, nicht dass wir viel beten, sondern dass wir Gott vertrauen. Es geht um unser Beten. Für unsere Gemeinde, für unsere Familie, für unsere Freunde, für unser Land, für diese Welt. Fangen wir bescheiden an! Beten wir darum, das zu vollbringen, was unsere eigenen menschlichen Kräfte übersteigt. Beten wir darum, wie der brasilianische Bischof Helder Camara sagt, „mit der Unverschämtheit einer ganz großen Zuversicht“. Aber bringen wir uns mit ebenso unverschämter Zuversicht ein mit unserem täglichen Einsatz zugunsten des Reiches Gottes. Dann wird Gott uns zur Seite stehen.

Der Glaube ist nicht jedermanns Ding – das ist kein Grund zur Resignation! Mit der gleichen Liebe und Geduld, mit der Gott uns gewonnen hat und immer wieder zu sich zieht, mit dieser Liebe und Geduld wirbt er auch um unsere Familienmitglieder, unsere Freunde, unser Volk. Lasst uns im Vertrauen darauf treu sein im Gebet. Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes und auf die Geduld Christi.


Herr Jesus Christus,
wir danken dir für dein Wort.
Wir danken dir für die Vielen, die es weitersagen
und bitten dich, dass es viele Menschen erreicht,
hier in unserer Gemeinde und in deiner weltweiten Kirche.
Und wir bitten für uns selbst, dass wir treu sind in der Fürbitte.
  Amen.
 

Über das Beten