Nun ist es bald wieder so weit. Die „schönste Zeit des Jahres“ steht vor der Tür - der Sommerurlaub.
Sonne, Ruhe, Zeit zum Ausspannen, einmal alles hinter uns lassen. Frei von Termindruck, von Alltagszwängen einfach nur so in den Tag hineinleben. Jeder wird dabei seine eigenen Vorlieben haben. Die einen gehen unter die Gipfelstürmer, die anderen lassen sich lieber am Strand nieder. Manche bleiben im Lande, andere zieht es in die Ferne. Die Sonne des Südens lockt, oder das Leben in fremder Umgebung.


Urlaub, das ist für viele ein letztes Stück vom Paradies. Keine Arbeit, aber dafür leistet man sich manches, was man sich im Laufe des Jahres lieber verkneift. Zum Beispiel einfach mal essen gehen oder etwas kaufen, nur weil es mir gefällt. Doch auch äusserlich nähert man sich paradiesischen Zuständen an: Der steife Hemdkragen wird gegen das T-Shirt vertauscht. Endlich einmal der sein, der ich wirklich bin, ohne eine Rolle spielen zu müssen, ohne mich hinter standesgemässer Kleidung oder wichtige Miene verstecken zu müssen. Schön, dass es ein solches Paradies noch gibt!

Freilich  der Preis dafür ist nicht gering. Nicht wenige leben das ganze Jahr auf diese wenigen Wochen hin.

Da wird gespart, hier verkneift man sich etwas, damit es dann im Urlaub an nichts fehlt und man den Flug, die Schiffspassage, das Hotel bezahlen kann. Oder man bezahlt mit vielen Stunden im Stau auf verstopften Strassen. Und doch geht die Rechnung unterm Strich noch immer auf.
 
Urlaub, das ist noch immer die populärste Form von Glück. Aber das Urlaubsverhalten lässt mich auch fragen: Wirft es nicht einen bezeichnendes Licht auf unseren Alltag, wenn es für viele Menschen ausser ihrem Urlaub keine Paradiese mehr gibt? Wäre es nicht an der Zeit Inseln der Ruhe, der Entspannung zu installieren - gelegentlich Urlaub für die Seele? Hat das Reisen bei manchen Leuten nicht auch den Charakter einer Flucht? Weg von den Problemen und Zwängen, von Gewohnheiten und Konventionen? Wäre es dann nicht wichtig, das eigene Leben so zu verändern, dass ich nicht vor ihm zu fliehen brauche?
 
Urlaub, das ist die Zeit der Ruhe und Entspannung. Vielleicht aber auch mal die Zeit des Nachdenkens. Ich bekomme Abstand zum Alltag, Abstand zu mir selbst. Eigentlich eine gute Gelegenheit, um über sich selbst nachzudenken. Welchen Sinn, welche Perspektive sehe ich für mein Leben? Sollte „Leben“ nicht mehr sein,
als das Hangeln von Jahresurlaub zu Jahresurlaub?

Wäre es nicht an der Zeit, das Leben so zu organisieren, dass ich nicht nur im Urlaub eine Ahnung davon bekomme, wie Gott sich unsere Existenz vorstellt und wünscht?
Ich wünsche Ihnen einen schönen und erholsamen Urlaub, in dem Sie auch Zeiten des Nachdenkens finden, Zeiten des Gebetes und Zeit für Gott.

Möge Gott Sie behüten, wo immer Sie unterwegs sind.

Die schönste Zeit des Jahres