„Der HERR ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!“

So grüßen sich Christen am Ostermorgen, um sich diese Botschaft gegenseitig zu sagen und sich des Ostergeschehens zu vergewissern. Dieses scheint wohl auch notwendig, denn laut einer entsprechenden Umfrage liegt die Zahl derer, die noch an die Auferstehung Jesu glauben, bei weniger als einem Drittel der Bevölkerung.

Die Mehrheit der Menschen in unserem Lande rechnet den biblischen Auferstehungsbericht hingegen dem Reich des Märchens zu. Dass Tote wieder lebendig werden und Engelswesen mit Flügeln zu uns Menschen reden, das gehört nicht gerade zu den Alltagserfahrungen des modernen Menschen.

Und so hat es viele Versuche gegeben, sich die Auferstehung Jesu zu erklären: Er sei nur scheintot gewesen, und habe später noch viele Jahre unerkannt weitergelebt. Er sei gar nicht auferstanden, sondern die Jünger hätten seinen Leichnam gestohlen, und danach das Gerücht seiner Auferstehung verbreitet.  Spekulationen, die sich genau so wenig beweisen lassen, wie die Auferstehung selbst.




































Ob wir es wollen oder nicht: wir sind an diesem Punkt auf den Glauben angewiesen. Es ist eine Glaubensentscheidung, ob wir an eine (wie auch immer abgelaufene) Auferstehung Jesu glauben oder nicht. Es ist allerdings eine Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen.

Denn je nach Standort in dieser Frage wird die Lebensgestaltung sehr unterschiedlich ausfallen: Glaube ich an keine Auferstehung, so erstreckt sich meine Existenz ausschließlich auf meine Erdentage. Hier, in diesen (wenn alles gut geht) 60-80 Jahren, muss ich alles erleben, was mir das Leben zu bieten hat.
 
Wer so lebt, der wird ohne Rücksicht auf Verluste leben. „Nach mir die Sintflut!“. „Nutze die Zeit, solange du noch welche hast!“ Rücksicht auf Mitmenschen oder Natur, Verzicht auf Machbares, wären bei solcher Weltsicht Dummheit. Unsere Erde trägt bereits deutliche Spuren eines solchen Denkens. Ungelöst bleibt für solche Menschen allerdings das Problem ihrer Sterblichkeit. Denn das ganze Leben lang befinden sie sich im Wettlauf mit dem Tod. Immer müssen sie fürchten, dass er sie vor der Zeit einholt. Und je näher er rückt, um so eifriger wird versucht, ihn zu verdrängen und zu vertuschen.

Ganz anders jene Menschen, die sich entschieden haben, an die Auferstehung Jesu
(und damit an die Auferstehung der Toten) zu glauben.

Für sie ist die Zeit der Erdentage nicht alles, sondern nur ein Abschnitt ihrer Existenz. Sie leben diesen Abschnitt in dem Bewusstsein, dass er eingebettet ist in einer Vorher und ein Nachher. Sie glauben, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist, sondern dass es für sie eine Zukunft in einer anderen Form und Gestalt geben wird. Von daher können sie mit ihrem Tod umgehen, brauchen ihn nicht zu verdrängen. Sie leben auch nicht in der ständigen Angst, zu kurz zu kommen oder etwas zu versäumen. Denn sie haben alle Zeit der Welt, haben die Ewigkeit. Sie können sich von daher „den Luxus“ erlauben, sich um ihre Mitmenschen und um ihre Mitkreatur zu kümmern  ein Verhalten, das der Menschheit wohl immer mehr abhanden kommt.

Es hat also Konsequenzen, wie ich mich in der Frage der Auferstehung entscheide. Für mich ist der Auferstehungsglaube jedenfalls unverzichtbarer Bestandteil meines Lebens geworden. Er lässt mich die Hoffnung auch angesichts der Probleme, die uns bedrängen, nicht verlieren. Er schenkt mir Gelassenheit, dass ich am Ende nicht zu kurz komme. Er lässt mich den Gedanken an meinen Tod aushalten und ihn in mein Leben einbauen.

Was genau sich in jenem Felsengrab zugetragen hat, wird wohl nie objektiv beweisbar sein. Zweiflern wird dieses Geschehen immer ein weites Feld für Spekulationen bieten. Doch für die, die daran glauben, ist dort ein großes
Hoffnungszeichen für diese Welt geschehen.